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Herbst und Anfang.

 

 

Der Herbst hat mich gefangen. Und ich fange ihn ein. In schlechten Fotografien, aber gleißendem Licht. Momentaufnahmen von fast greifbarer Ewigkeit.
Die Sonne schafft es noch, verzweifelt in die Wangen zu beißen, die der Wind bereits mit zartem Rosa betuscht. Dann wird es so kalt und ich will manchmal glauben, dass kalter Wind wirklich immer aus Sibirien kommt, wie Opa mir das mal erzählte, als er mich noch als Kleinkind durch die Gegend trug. Wenn es dämmert, dann riecht es nach verbranntem Holz oder brennenden Äckern. Manchmal auch nach Patchoulie. Aber das ist ein purer, gelogener Duft, der sowieso eher Gefühl ist, dem ich es gestatte, für Minuten meine Wirklichkeit zu berühren und dann meine komplette Innenwelt vor ihm verriegle. Es bleibt ein Besucher.
Herbst. Mein Herbst, unser Herbst. Ich bin so glücklich. Es sind Tage, an denen ich denke, dass jeder erblinden müsste, wenn er in meine Augen sieht, weil sie so strahlen und leuchten. Es sind Momente, in denen ich denke, dass ich mich an sie erinnern will, bricht irgendwann wieder die Welt.

Aus einem zugegeben impulsiven Gefühl heraus habe ich meinen alten Blog gelöscht. Er gefiel mir nicht mehr. Gründe dafür brauche ich nicht. Nun gibt es den hier und ich mag ihn sehr. Temporär, vielleicht. Diesmal kein tolles Design, darauf kommt es nicht an. Ich male mit Worten. Meistens bleibt es bei dem Versuch. Aber ich gebe mehr als Alles.

17.10.06 23:11


Erinnerung.

~*... Doch selbst nach all den Tagen ...*~
suchen mich nachts Dämonen heim,
Die mir sanft von dir erzählen
Und niemand hört mein stummes Schrein
L'âme Immortelle

Ich gebe zu, das Liedzitat ist etwas dramatisch. Und das eigentlich auch zu sehr. Aber es fiel mir ein, als ich letzte Nacht wach lag, die Decke anstarrte und weinte, aus welchem Grund auch immer.
Damals, vor fast drei Jahren, waren es allnächtliche Alpträume, die sich nur um sie drehten, monatelang. Dass ich ihr nun wiederbegegne, schlafend, verwirrt. Es war kein romantischer Traum. Aber ich möchte sie nicht in meinem Unterbewusstsein. Wahrscheinlich muss ich mich damit abfinden, dass ich sie nie aus meinem Gedächtnis löschen werde können. Vielleicht ist das auch gut so. Es verunsichert, wenn die Erinnerung Lücken zeigt. Schwarze Löcher, mit einer schwer zu überwindenen Gravitation.
Es ist gut, dass ich sich nicht mehr real in meinem Leben befindet. Obwohl ich immer noch davon überzeugt bin, dass ich sie irgendwann wiedertreffen werde. In der Bücherei, in Köln, bestimmt. Ich werde auf sie zugehen, mir wird dabei unglaublich schlecht sein, ich werde sie anstuppsen und dann sterben. Oder so.

18.10.06 19:26


Wunder geschehen.

~*..It's gonna be another lonely night..*
One more and I'm gonna die
Wired out waiting for the sign
Coz your a risk and I'm borderline
Michael Gray

Seht es mir nach. Oder lasst es bleiben. Was genau mit mir geschah, in den letzten zwei Tagen, kann ich nicht erahnen, geschweige denn erörtern. Purer Dominoeffekt. Was den ersten Stein umwarf, kann ich noch zurückverfolgen, was mich dann fallen ließ, war brennende Apokalypse. Es ist nicht einfach, sich gegen etwas zu stemmen, wenn man nicht merkt, dass es passiert. Die Warnsingnale blieben aus, die Ampel sprang sofort auf blutrot.
Der Schaden selbst ist nicht von Bedeutung, wird sich bald wieder unsichtbar machen.
Die Motive haben sich nicht geändert. Die Hölle existiert noch. Wird es immer?
Ich kaufe Gefühle im Doppelpack. Manchmal sind sie sehr teuer zu bezahlen, ich werde jedoch nie arm an ihnen. Je höher der Preis, umso lohnender das Erhaltene. Je größer der Kampf, der Schmerz umso größer die - Liebe?
Nein. Nicht mehr wirklich. Selten ist es noch so. Aber ganz verschwinden wird dieser Dualismus nie. Er ist anstregend, aber gehört dazu, zu mir, zu meinem Leben.

Es ist ein Wunder, dass ich überhaupt kann. Zulassen kann. Nehmen, geben kann. Dass es winzige, kostbare Momente gibt, in denen ich in deine Augen stürzen kann, ohne den Drang zu spüren, den Blick abzuwenden. Manchmal will ich mich an dich verlieren.
Diese Nacht wird einsam, vielleicht lang. Bislang bin ich noch in jede Richtung nüchtern und werde es auch bleiben. Ich bin doch für so vieles so dankbar. Für jeden Atemzug. Für all die Wunder in jedem Augenblick.

21.10.06 00:08


Impressionen.

~*... Fällst du siebenmal, stehe achtmal auf ...*~
Japanische Weisheit

Es ist ein gutes Gefühl, zumindest wieder schwankenden Boden unter den Füßen zu haben. Ein paar Nächte Schlaf und Zuwendung wirken manchmal in der Tat Wunder. Mir geht es so gut, dass ich mich schon wieder über Formel 1 aufregen kann und ein paar Tränchen wegen Michaels Schumachers letztem Rennen vergoss. Der war doch mein Held. Ich habe zwei Shirt mit seinem Abbild vorne drauf, eins davon sogar ferrarirot. Der ist 37, der darf noch gar nicht in Rente. Ich warte immer noch darauf, dass ein Pop-Up-Fenster aufspringt und mir verkündet, dass er weiterfährt. Meinetwegen auch ... Mercedes. Wenn es denn sein muss.
Ich glaube, ich schalte mal den Pop-Up-Blocker aus. Nur für alle Fälle.

Draußen ist es kalt und nass. Im Herbst macht das stundenlange Lernen manchmal sogar Spaß, es hat so etwas Gemütliches, Warmes. Ich liebe die langen Abende, die Kerzen in den Fenstern, den Duftölgeruch in deinem Zimmer, die Zweisamkeit. Da macht das Lernen sogar wirklich Freude. Meistens.

22.10.06 23:01


Frustration.

Wenn man sehr jung ist und wenig weiß, sind Berge Berge, Wasser ist Wasser und Bäume sind Bäume. Hat man studiert und ist aufgeklärt, sind Berge nicht mehr Berge, Wasser ist nicht mehr Wasser und Bäume sind nicht länger Bäume. Hat man wirkliches Verständnis gewonnen, sind Berge wieder Berge, Wasser ist Wasser und Bäume sind Bäume.
(Zen-Weisheit)

Dieses Zitat sagt, dass Schule überflüssig ist und deswegen ist es mir sympathisch. Zumindest temporär nach der heutigen Italienischstunde und dem daraus resultierenden Lernpensum für heute. Welches mich außerordentlich frustriert. Momentan bin ich nicht zu poetischen Hochleistungen aufgelegt und irgendwie passiert auch nichts allzu Spannendes. Ich werde mich nun unter einem Haufen von Blättern voller Sinnlosigkeiten vergraben und hoffen, dass der Funke überspringt. Der Funke meines Zorns. Hey, immerhin eine Metapher.
23.10.06 16:07


Panisch.

 ~*... Geh' mir weg mit deiner Lösung, ...*~
sie wär' der Tod für mein Problem.
Jetzt lass mich weiter d'rüber reden
is' schließlich mein Problem
und nicht dein Problem.
Annett Louisan

Ich weiß, dass ich übertreibe und nicht als nebenbei anschaffende Kindergärtnerin enden werde. Zumindest ein Teil von mir weiß das, der andere steht in Flammen wie ein Scheiterhaufen und lodert mich regelmäßig zu glühender Asche.
Ich würde mir so gerne genügen. Ich will meinen Ehrgeiz nicht verlieren, nur die Katastrophen im Kopf, das brennende Inferno. Ich will realistischer sein, sanfter mit meinen Leistungen. Es geht nicht darum, irgendjemandem etwas zu beweisen. Niemandem außer mir selbst. Und ich war schon immer mein schärfster Kritiker - mein größter Fan und mein bester Feind.
Ich sollte meine Krallen nicht an mir, noch an anderen wetzen. Ich sollte manchmal nicht Tiger, sondern Schmusekätzchen sein. Nicht immer auf der Jagd nach irgendeinem schwarzen Loch meiner Psyche, um dann mit vollem Anlauf hineinzufallen.
Manchmal bricht es halt über mir zusammen, das Leben. Für Stunden, Minuten, für einen Schwall aus salzigen Tränen. Meistens ist es dann wieder gut. Diese Tränen sind heilsam.

Aber ich werde es schaffen. Irgendwie. Ich habe schon schlimmeres überstanden als zu viele Klausuren und unlösbare Matheaufgaben. Notfalls werde ich halt Kindergärtnerin und trotzdem glücklich.

Miau.

25.10.06 22:33


Euphorie.

~*... Das Glück, das dir am meisten schmeichelt, ...*~
betrügt dich am ehesten.

Kafka

Und so stehe ich nun da, wo ich mich niemals zu finden glaubten, mit einem Fuß in Utopia, mit Herz und Verstand in einem nahezu normalem Leben. Der Herbst bringt mehr als Melancholie und sterbende Blätter.
Es wäre so schön. Unglaublich. Was würde ich dafür tun, diese Wohnung zu kriegen. Eigene Zimmer, aber nur ein Stockwerk von der Familie getrennt, noch näher beim Liebsten. Freiheit. Heimat, für die nächsten drei Jahre.
Alles Konjunktiv, zwei. Mein alter Feind.
Ich will nicht hoffen. Wer hofft, der kann enttäuscht werden. Ernüchterung steht mir nicht und Bitterkeit macht zynisch. Und trotzdem sind da Funken von Licht am Ende eines dunklen Tunnels, den ich für unendlich hielt.
Traumtänzerin baut sich Luftschlösser aus schimmernden Seifenblasen, atmet Leben ein und weiß doch, dass es bald weiter geht, in welche Richtung auch immer.
Manchmal ist das Gefühl des Schwankens auch nur Leben in Bewegung.

28.10.06 13:43


Alles doof.

~*... What matters most is how you walk trough the fire ...~*
Bukowski

Ich hasse Sonntage. Pure, langeweilige Sonntagabende noch mehr, besonders die Vorabende einer Matheklausur. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Zahlen. Wenn Wahnsinn bedeutet, eine Sache immer wieder zu wiederholen und ein anderes Ergebnis dabei zu erwarten, dann bin ich nun doch offiziell verrückt, denn ich versuche seit einer großen Anzahl von Stunden Matheaufgaben zu rechnen, die sich alle in sehr negativen Ergebnissen und Gefühlen auflösen.
Außerdem kann man nicht einmal mehr in Frieden Lindenstraße gucken. Steht man im Wohnzimmer der Schwiegereltern, denkt an nichts Böses, sieht man im Fernsehen junge Mädchen sich die Arme übelst aufschneiden. Und natürlich wird einem schwarz vor den Augen, die eigenen Arme glühen und alles Blut scheint sich in die Wangen retten zu wollen. Fernsehen doof.

Ansonsten bin ich unbegründet deprimiert, was sich aber morgen aufgrund passabler Klausurergebnisse in Wohlgefallen auflösen wird. Der Glaube daran ist schon lange tot, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich werde gleich Baldrian zu mir nehmen, mich in Badewasser aufweichen und dann schlafen. Weil eigentlich geht es mir gar nicht gut. Alles doof.

29.10.06 22:01


Liebe ist alles.

~*... Das ist alles was wir brauchen, ...*~
Noch viel mehr als große Worte.
Rosenstolz

Bescheidene Worte am Vorabend eines Jubiläums, das eigentlich nicht durch seinen Zahl glänzt, sondern durch seine Bedeutung für mich. Ich dachte nicht, dass dieser Tag jemals für mich kommen würde, ich weiß nicht, wie oft ich in schneegraue Augen fiel und aus Angst nie wieder in sie blicken wollte. Wegrennen, Fortlaufen wollte. Für immer oder für die scheinbare Ewigkeit blutbesudelter Nächte.
Je mehr Zeit vergeht, desto wichtiger wird er mir. Je länger wir uns kennen, desto mehr Mauern um mich herum zerfallen zu Asche und ich bin mit mir und mit ihm ihn vollkommener Einigkeit. Zeit heilt in der Tat. Die Narben bleiben.
Natürlich gibt es Tage, an denen ich mutlos und sorgenvoll bin, an denen alte Erfahrungen und Vorsätze dominieren, aber im Allgemeinen ist es leichter, das Lieben, das Leben.

Graue Watterwolken bauen sich drohend am Himmel auf, die Tage werden endlich kalt. Als wir uns trafen, da wurde es Frühling, genau ein halbes Jahr später wird es wirklich Herbst. Ich wusste an dem Tag vor sechs Monaten, an dem wir uns das erste Mal sahen, dass ich dich heiraten würde. Eine vielleicht naive Eingebung, die nichts mit aktivem Denken zu tun hatte. Ich weigerte mich vehement, dieses Gefühl anzunehmen, hatte doch ein anderes mich nur Wochen zuvor betrogen. Ich ließ es dennoch zu. Und es war gut so.
Manchmal will ich einfach naiv sein und dumm und kindisch. Und ich will träumen und hoffen dürfen und ich finde, das heute ein guter Tag ist, um damit anzufangen. 

31.10.06 15:56





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